Gott lässt seinen Odem ziehen
und schafft Neues.
Sein Odem ist in Deinem Leben.
Bilder und bildreiche Worte aus Psalm 104.
Gott lässt seinen Odem ziehen
und schafft Neues.
Sein Odem ist in Deinem Leben.
Bilder und bildreiche Worte aus Psalm 104.
Dann will ich sie mal ziehen lassen:
Maria und Josef,
und die anderen die Staubfänger von meinem Schrank.
Josef ist eifrig als erster an die Kiste geeilt,
das knisternde Einwickelpapier schon auf seinem Körper und
die Ruhe im Karton schon auf der Zunge spürend,
ob all der Erwartungen an ihn,
die ihn in dieser alten Geschichte jedes Jahr neu bedrücken.
Der dicke König flüstert mit dem Schwarze,
dem König of colour des Zuges,
sie scheinen sehr vertraut zu sein,
das ist man wohl, wenn man lange Wegen zusammen geht.
Die Schafe sind direkt ohne zögern vorne dabei,
das ist so ihre Art: einfach hinterher,
denn der, der vorne geht hat ihr Vertrauen.
Das Jesuskind schaukelt samt Krippe auf den Höckern des Kamels
das es nicht unbedingt eilig hat.
Man sieht, wie einfach es ist, sich tragen zu lassen.
Maria steht irgendwie ein wenig im Schatten von allem,
sie tut sich nicht hervor,
jetzt kann sie endlich wieder in Ruhe alles in ihrem Herzen bewegen.
Die Schäfer machen murmelnd den Schluss,
sie lästern über das feine Volk, dass wiedermal den Platz ganz vorne bekommen hat,
sie schlurfen hämisch hinterher ohne den Platz vorne wirklich beansprucht zu haben.
Jetzt geht es ab in die Kiste.
Mein Mann findet, das klingt makaber,
aber so tun sie es schon 2000 Jahre.
Sie sind das jährliche Auferstehen erprobt.
Immer zur besten Zeit.
Dann, wenn auch im dunkelsten Haus mal eine Kerze brennt.
Nicht einen Moment zu früh
rollen sie sich Jahr für Jahr aus verschlissenem Papier
um mit wachen Augen und Staubflocken auf dem Kopf,
das Sofa im Blick,
das Leben für ein paar Wochen aufzusaugen,
mit dem Geruch nach Tannenduft, Schweißfüßen und und frisch gebrühtem Kaffee,
mit Weihnachtsplatten von 1963 und „Wer wird Millionär“.
Nun lass ich sie ziehen die stummen Gestalten.
Nur einen Monat verkünden sie geübt lautlos vom Schrank zum Sofa hin.
Aber elf Monate lang weiß ich:
ich habe eine Kiste voll Licht und Glück auf dem Boden stehen.
Als das Spiel spielen musste
Eines Tages
trat der Zufall das Kupplungspedal des Lebens
und kuppelte nicht wieder ein.
Alle vergaßen,
zwischen welchen Gängen die Dinge gerade liefen
und welchen Gang man nun einlegen müsste.
Eines Tages unterbrach die Abteilung Wegebau der Lebenswege
einfach die Arbeit
und keine Wege wurden mehr geplant und asphaltiert.
Die Brigade ging nach Hause und war nicht mehr zuständig.
Eines Tages
setzte der Zufall die Regeln außer Kraft.
Niemand sollte mehr arbeiten und lernen,
alle durften spielen.
Oder sie sollten.
Sie mussten.
Dass es der Zufall war, heißt, es war niemand.
Es geschah.
Leerlauf.
Kein Gang und keine Geschwindigkeit.
Kein Schub und kein Maß.
Wegelos.
Keine Ränder und Schlaglöcher,
Leitplanken, keine Richtung.
Was blieb, war das Spiel.
Das war die neue Regel.
Das Spiel durfte ausspielen,
wie es jeden neuen Tag zerwürfeln konnte
und die Puzzleteile des Alltags verschieben,
sie in die Luft hängen und verstecken.
Das Spiel erfand täglich neue Bewegungspiele ohne jegliche Berührung.
Das Spiel schoss röhrenförmige Kommunikationswege
in alle Lüfte und zog zitternde Zementfäden zwischen den Dächern.
Es blockiert Türklinken und Gartentore,
legte Brücke über Zäune.
Manchmal hatte es Schweißperlen auf der Stirn.
Das Spiel erfand neue Kraftwerke und druckte
Geldscheine zum drin schaukeln.
Es verkaufte weiße Gesichtsfarbe an jeder Ecke.
Das Spiel wurde Alltag.
Das war es nie gewesen.
Und es fühlte sich unwohl darin.
Das Spiel war der neue Weg, der neue Gang, die neue Regel.
Dafür war es nicht gemacht.
Es war bisher nie die Wiese gewesen, sondern das eine Gänseblümchen darin.
Nie die Tür, sondern das Pendeln derselben.
Nie das Brot, sondern die Finger, die im Mehl zeichneten.
Nie der Horizont, sondern die Flugrichtung der Zugvögel.
Am Ende saß das Spiel erschöpft zwischen zwei Kissen
und schuf einen neuen Himmel und eine neue Erde.
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